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Lieder zum Wohlfühlen, kunstvoll einfache Musik 

Paul Fogarty verwöhnte sein Publikum im Exlibris in Schwäbisch Gmünd – Mit seinen „Dreams“ will er die Menschen aufwecken

Werte und Gefühle in lyrische Texte verpackt, kunstvoll einfache Musik, eine Stimme, die im Wortsinn zu Herzen geht: Das ist Paul Fogarty. Der australische Songwriter, Sänger und vielseitige Instrumentalist füllte am Samstag das Exlibris in Schwäbisch Gmünd. Sein Publikum bezog er in seine warmherzige Umarmung mit ein.

Für die Veranstalter der jungen exklusiven Reihe „Perspektiven“ war die Mischung des Publikums geradezu ideal: alle Altersstufen, anspruchsvoll, aber nicht verwöhnt, offen für die leisen und die Zwischentöne, aufmerksam und dankbar.

Paul Fogarty hatte sich dieses Publikum verdient. Zwei Stunden hüllte er es ein in die Wolke seiner warmen Stimme, verzauberte mit dem Spiel der Gitarren. Er erzählt in seinen Songs Geschichten von seiner australischen Heimat, von den offensichtlich zahlreichen girlfriends und von Menschen, die ihm nahestehen.

Mancher Song klingt wehmütig wie eine Ballade, mancher hoffnungsvoll, mancher trägt das verhaltene Temperament der Rebellion. Der Songschreiber in der Tradition eines Bob Dylan oder Leonhard Cohen bleibt authentisch in Text und Musik. Seine Leidenschaft wendet sich nach innen und verleiht seiner Stimme eine Intensität, die in Nuancen und nicht in Dezibel zu messen ist.

Schon mit 15 Jahren verschrieb sich Fogarty der Musik und der Lyrik. Sein Studium des Journalismus’ und der Geschichte verdiente er sich mit Auftritten in Cafés.


Humorvolle Jokes in vernuscheltem Slang

2001 brachte er das erste von den drei bisher erschienenen Alben heraus und legte damit seinen Weg zur Musik endgültig fest. Das neue Album nach der Geburt der Tochter heißt „born naked“. In seinen Auftritten greift er inzwischen auf mehr als 1000 Songs zurück.

Sein Stil ist eine Mischung aus Folk, Rock und Pop, Alternativ Country und Blues. Nach Gmünd brachte er neben der akustischen Gitarre und der Mundharmonika auch die Runde Slide Gitarre mit ihrem eigenartig schnarrend-quäkendem Klang mit, die das Publikum begeisterte. Die paar Brocken Deutsch passten ebenso zu ihm wie die bescheidenen, humorvollen Jokes, die allerdings durch den vernuschelten Slang nur schwer verständlich waren und entsprechend wenig Resonanz finden konnten.

Ein Wort durchzog den Abend immer wieder: Dream. Im Traum kommen ihm die Melodien, im Traum hat er Visionen von Liebe und Wahrheit von Freiheit und Schönheit. Seine Träume haben das Ziel, die Menschen aufzuwecken.

Seiner deutschen Frau sind viele zärtliche Lieder gewidmet, „Daddy come home“ erinnert ihn an den Vater. Er beschreibt in „My rainbow Child“ die Geräuschlosigkeit auf der Farm und besingt liebevoll mit „Let it be“ das Zwiegespräch mit seiner Tochter. So klingt ein Abend zum rundum Wohlfühlen.


Hanna Meid